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Facebook: Dein ganzes Leben auf einen Klick

Das Timeline-Profil zeigt alles Wichtige auf einen Blick. Ob das immer so gut ist? (Foto: Roebot unter cc-by-sa)

Auf Facebooknutzer kommt die neue Profilansicht "Chronik" zu. Theoretisch ist damit der komplette Lebenslauf sichtbar.

Das Timeline-Profil zeigt alles Wichtige auf einen Blick. Ob das immer so gut ist? (Foto: Roebot unter cc-by-sa)


 

"Bei der Chronik handelt es sich um deine Sammlung von Fotos, Beiträgen und Erfahrungen, mit der du deine Geschichte erzählen kannst", erklärt Facebook ganz freundlich beim Profildurchstöbern eines Freundes, der die neue Facebook-Timeline schon benutzt. Beim Scrollen durch dieses fremde Design fällt eines sehr schnell auf: Alles Wichtige ist von nun an auf einer einzigen, wenn auch unendlichen Seite zu sehen. Was Facebook sich dabei herausgepickt hat und als wichtig oder nicht wichtig befunden hat, bleibt allerdings ein großes Geheimnis.

Wissenswertes über Facebook-Timeline

Ein richtiger Augenschmaus hingegen ist der große Bildbanner über dem Profil, der der Seite somit einen leichten Blogbeigeschmack verleiht. Auf der linken und rechten Seite des virtuellen Zeitstrahls, der sich mittig durch das Profil zieht, erscheinen chronologisch sortiert Statusnotizen, Freunde, Fotos und Videos. Das Skurille dabei: Der Zeitstrahl beginnt mit der Geburt des Nutzers, die hier im wahrsten Sinne mit dem Zeitpunkt der realen Geburt datiert ist und nicht, wie man vielleicht zuerst vermuten würde, mit dem Beitritt zu Facebook.
"Timeline gives you an easy way to [...] collect your most important moments.", so heißt es in dem Eintrag zur weltweiten Einführung von Timeline auf dem Facebook-Blog. Facebook ist sich also sicherer denn je, dass jeder Nutzer seine "most important moments" in einem sozialen Netzwerk erlebt hat. Chronik ist ein neuer Versuch einige User dazu zu bringen ihr gesamtes "Leben" bei Facebook anzeigen zu lassen. Seien wir gespannt, ob es denn klappt.

Stalken für Dummies
Denn natürlich ist es nervig einen älteren Videoclip auf der eigenen Pinnwand zu suchen oder, was doch wohl eher der Fall ist wenn man einmal ehrlich zu sich selbst ist, die Pinnwand eines neuen Freundes (meistens eines neuen Dates) eine halbe Ewigkeit durchstöbern zu müssen. Natürlich ist es doof, dass Stalken somit eigentlich immer zu einer Tagesaufgabe wird. Spätestens nach zwanzig Minuten hat allerdings jeder halbwegs vernünftige Mensch seine Stalkergrenzen erreicht und somit kommen viele Einträge von unbeliebten Exfreundinnen aus dem Jahr 2008 auch niemals ans Tageslicht. Zumindest nicht auf den eigenen Bildschirm. Und das ist auch gut so.
Denn nicht alle Menschen sehnen sich danach, dass alte Videolinks und Einträge von vergangenen Liebeleien auf ihren Pinnwänden für jeden sofort ersichtlich sind. Einige Dinge sollten besser in der unendlichen Scrollweite der eigene Pinnwand verschwinden und niemals wieder auftauchen. Für alle, die das nicht möchten, gibt es jetzt die Facebook-Timeline, in der man sieben Tage Zeit hat sein Profil so zu gestalten, dass es möglichst ausführlich wird und wie zugeschnitten auf das eigene Leben passt.

 
 

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Anthony

10.03.2012, 05:20 Uhr Einen praktischen Nutzen dseier Bildung kann keine dseier Gruppen nennen und hinterfragt man dies, bekommt man entweder “Das gehf6rt sich so!” oder e4hnliche zirkule4r stabile Argumente oder man wird schlichtweg als “dumm” tituliert und ausgeschlossen… Das ist in meinen Augen nicht zu leugnen, aber so es auftritt doch geradezu ein Indiz daffcr, dass ganzheitliche Bildung in diesen Gruppen gar nicht vorhanden ist. Und in deine Argumentation schliedft du ja auch so wie ich dich verstehe den gesamten humanistisch ffcr notwendig erachteten Literaturkanon ein fcber das stumpfe Auswendiglernen um des Auswendiglernens Willen mfcssen wir nicht reden das ist doch im Prinzip nur der Aufhe4nger ffcr eine ganz grundse4tzliche Diskussion. Ob ein Bildungsinhalt wie z.B. das Auswendiglernen eines Gedichts oder das Verstehen von Serveranwendungen ffcr mich einen praktischen Nutzen hat, entscheidet der Kontext, in dem ich lebe, ich denke und idealerweise e4ndert sich dseier we4hrend meines Lebens immer wieder. Das Beherrschen von Serveranwendungen (Systemadminstration) hat ffcr mich einen praktischen Nutzen, weil ich meine Hardwarekosten mindestens halbieren kann und nicht auf Appliances wie z.B. iDingsbumse angewiesen bin, meine Daten keinem Dritten anvertrauen muss usw.. Es ermf6glicht mir technisch hinter das Web2.0 zu schauen, es ermf6glicht mir in System Schule ideelle Macht zu generieren, weil Applianceuser in Cloudzeiten eben nichts gar nichts ohne Serveranwendungen sind. Mein Wissen fcber Server hat ffcr mich extrem hohen praktischen Wert. Die meisten Leute im Web2.0 schauen mich konsterniert an und sagen: c4h, ich will nutzen, verstehen will ich nicht, ist mir scheidfegal. Randnotiz:dcber Delicious darf man nicht jammern. Mit umfassender Bildung(!) weidf man vorher, dass solche Dinge ohne Gewinn wirtschaftlich nur endlich lang funktionieren kf6nnen wie viele andere Web2.0-Dienste auch.Mir ist die Aneignung dieses Server- Wissens deswegen leicht gefallen, weil ich z.B. Mathematik machen musste und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem ich keinen praktischen Nutzen daffcr gesehen und viel lieber die Anbahnung von Reproduktionspotentialen gefcbt habe.Ich musste mich von Amts wegen mit d6df6n von Horvath besche4ftigen und seinem Begriff der Demaskierung von Bewusstsein . Erst das hat mich verstehen lassen, gerade jetzt, in diesem Kontext, dass die von dir zitierten Gruppen Bildung benutzen wie manche ihre Appliances (z.B. iPhones, iPads, Backberries usw.): Als Signal zur Zugehf6rigkeit zu einer bestimmten Gruppe, was genau dann schlimm ist, wenn allein die Signalfunktion fcbrig bleibt. Ich fand den Begriff Horvaths damals als Lehrer scheidfe er hatte keine lebenspraktischen Nutzen ffcr mich.Allgemeinbildung in ihre alten Denke sagt doch: Du musst mf6glichst viel kennen lernen, weil die Kontexte in deinem Leben noch lange nicht feststehen. Der Imperativ daran ist Bervormundung, der eigentlich induzierte Sinn damit ist es vielleicht nicht, obwohl ich den in den aktuellen Curricula auch nicht mehr zu finden vermag. Literatur halte ich ffcr manifestierte, kollektive Identite4t einer Gruppe. Goethe z.B. hat in meinen Augen viel Mist geschrieben und viele vielleicht wichtigere Schriften und Autoren haben es nicht in Kanon geschafft, aber oh Wunder er ist zumindest an unserer Schule in einem Fluss Fontane und Brecht sind mir persf6nlich ein Gre4uel, obwohl man das als Deutschlehrer ja nicht sagen darf. Dennoch haben ffcr mich beide Autoren Strukturen geschaffen, die universell in verschiedensten Kontexten auffindbar sind und deswegen mache ich das trotzdem.Wie verhindere ich, wenn ich den Fokus des Lernens allein auf das Individuum und seine tempore4ren individuellen Kontexte lege ( lebenspraktisch ), das oft so kritisierte Fachidiotentum? Wie verhindere ich, wenn ich lebenspraktisch allgemeiner definiere, dass mir das Gleiche passiert, wie das, was du den Humanisten vorwirfst? Durch Lerncoaches, die das Tellerrandgucken beherrschen? Durch Lerncoaches, in ihrem Leben stets Wert auf ihre tempore4ren individuellen Kontexte gelegt haben? Ich weidf es nicht. Spannend.Daher will ich nicht entweder oder. Ich will Koexistenz. Die Frage ist, ob Mensch das kann. Die von dir zitierten Gruppen kf6nnen es wohl eher nicht.

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