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Stell dich vor: Das perfekte Anschreiben

Ohne Fleiß kein Preis: Jede Bewerbung sollte individuell gestaltet sein (Foto: PR)

Bewerbungsratgeber sind dir zu theoretisch? Glück gehabt, wir haben einen Experten um Feedback zu ganz realen Anschreiben gebeten.

Ohne Fleiß kein Preis: Jede Bewerbung sollte individuell gestaltet sein (Foto: PR)


 

Für eine einzige Arbeitsstelle konkurrieren mitunter hunderte Bewerber. Sich dann noch von der Masse abzuheben, ist nicht immer leicht. Daher kann es manchmal hilfreich sein, zu spickeln, wie es andere machen. Unsere Bewerbungsexpertin Jessica Wahl hat im Folgenden drei echte Anschreiben für uns kommentiert und jeweils Pro- und Contra-Feedback gegeben.

 

Sehr geehrter Herr Dr. Bissigmann,
im Zuge meiner Suche nach einer geeigneten Ausbildungsstätte bin ich schnell auf Ihre Bank gestoßen und habe während eines persönlichen Gesprächs mit dem Filialleiter, Herrn Dogge, großes Interesse an der Arbeit als Bankkauffrau entwickelt.

Ich möchte in einem Unternehmen tätig sein, das wirtschaftlich stabil und international aktiv ist, dabei aber nicht die Nähe zu den Kunden vor Ort verliert. Ihre Bank verbindet beides, präsentiert sich modern und zukunftsorientiert und doch immer dicht an den Menschen und ihren Projekten und Wünschen.

Ich würde mich freuen, in Ihrem Unternehmen zu lernen und mich engagiert und erfolgsorientiert einzubringen. Aufgrund meiner sehr guten Kenntnisse in Mathematik, meiner Sprachgewandtheit und Teamfähigkeit sehe ich mich dazu in besonderem Maße geeignet.
Ich erwarte Ihre Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

Mit freundlichen Grüßen

Hanna Gier

 

Das sagt die Expertin:
Pro: In diesem Anschreiben wird deutlich: Hanna will! Sie ist selbstbewusst, engagiert, ehrgeizig und genau – und eben so jemanden braucht man in einer Bank.
Contra: Begriffe wie „im Zuge“, „gestoßen“, „geeignet“, „erwarte“ sind sehr fordernd. Die Frage ist, ob ein Arbeitgeber jemanden einstellen möchte, der so bestimmend ist, wie Hanna. Auch dass sie die Bank hier bewertet und für gut erklärt, wirkt sehr dominant. Möglicherweise zu dominant. Vielleicht sucht eine Bank eher jemanden, der noch formbar ist, gehorsam, in besonderem Maße kooperativ und aufnahmebereit. Das alles ist Hanna im ersten Eindruck leider nicht.

 

Lieber Herr Gramersen,
vielen Dank für das nette Telefonat, nachdem ich Ihnen nun gerne meine schriftliche Bewerbung für das dreimonatige Praktikum beim Lifestylemagazin „Fast“ schicke.
Ich habe große Freude daran, nach spannenden, polarisierenden Geschichten zu suchen, zu recherchieren, Interviews zu führen und Menschen zu porträtieren. Schon während der Schulzeit habe ich die Redaktion der Schülerzeitung geleitet und versucht, Texte und Fotos zu präsentieren, die anders sind als das, was man von gewöhnlichen Schülerzeitungen her kennt. Ehrlicher, ungeschminkter, einfach echter. Ich wollte das wirkliche Leben, die wirklichen Menschen und ihre wirklichen Wünsche, Träume und Ängste abbilden. Und das möchte ich auch jetzt, kurz nach dem Abitur.
Ihr Magazin schafft es seit Jahren, Prominente zu zeigen und ihre Geschichten zu erzählen, wie sie tatsächlich passiert sind. Journalistisch anspruchsvoll und detailgenau, beschreiben Sie wöchentlich, was die Leser interessiert. Was sie über ihre Stars und Vorbilder wissen wollen. Sie lassen nichts aus, sehen genau hin, gehen immer tief.
Dabei würde ich gerne helfen und in der „Fast“-Redaktion mein Handwerk weiter lernen.
Ich freue mich sehr über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.
Herzliche Grüße
Lilly Hansen

Das sagt die Expertin:
Pro: Lillys Art im Anschreiben passt zu der einer Praktikantin: sie hat gute Ideen, sagt gerne ihre Meinung, möchte polarisieren. Sie scheint sehr vielschichtig und grundsätzlich optimistisch zu sein, das kommt hier gut rüber. Außerdem merkt man sofort, dass sie das Magazin, bei dem sie sich bewirbt, sehr gut kennt.
Contra: Deutlich wird schon im Anschreiben, dass diese Praktikantin sehr anstrengend werden könnte – und zwar für alle Beteiligten. Weil sie eben sehr engagiert mitmachen und viel erfahren möchte, d.h. auch viel Betreuung brauchen würde. Lilly scheint gleich richtig einsteigen zu wollen, was nicht zur Position einer Praktikantin passt. Eine Praktikantin sollte den Alltag in einem Unternehmen kennen lernen, mal rein schnuppern, kleine Aufträge erledigen, aber noch nicht selbst als Journalistin arbeiten und vor allem keine Abläufe stören.

 

 

Sehr geehrter Herr Habermann,
auf der Homepage der FHDW Hannover habe ich erfahren, dass Ihr Unternehmen Schulabgängern mit erfolgreich abgeschlossenem Abitur die Möglichkeit bietet, ein duales BWL-Fachhochschulstudium zu absolvieren.
Ich interessiere mich seit jeher sehr für die nationale und internationale Wirtschaft, die Wege des Handels und die mathematischen Zusammenhänge, die dahinter stehen. Ich habe zwei Jahre lang einen Mathematik-Leistungskurs besucht und mit der Abiturnote ‚Sehr Gut’ abgeschlossen. Zudem besitze ich sehr gute Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch, gute in Spanisch und Italienisch.
Ihre Spedition ist ein Traditionsunternehmen mit beispielhafter Geschichte und hervorragendem Ruf. Sie zählen zu den führenden Unternehmen in der Branche. Gerne würde ich bei Ihnen mein Fachwissen erweitern und die im Studium erlernte Wirtschaftstheorie in der Praxis anwenden.
Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Max Hupmann

 

Das sagt die Expertin:
Pro: Der Einstieg zeigt, dass Max recherchiert und sich informiert hat. Er schreibt, das er auf der Homepage der Fachhochschule von der Firma erfahren hat, bei der er sich bewirbt, was ein legitimer Ansatz ist.
Contra: Das zeigt jedoch auch, dass er nicht gezielt nach dieser einen Firma gesucht hat, sondern erst über einen Umweg auf sie gestoßen ist.
Im Folgenden schreibt er, was er an dem Unternehmen gut findet, und was er selbst gut kann, nicht aber, welchen Vorteil das Unternehmen durch ihn und seine Fähigkeiten hätte, wie es ihn also optimal nutzen könnte. Auch seine Lobeshymne auf die Spedition klingt teils gestelzt. Das ist nicht positionsgemäß formuliert. Max wirkt wie ein älterer, erfahrener Geschäftsführer, der Bilanz zieht.

Unsere Expertin Jessica Wahl arbeitet als Personal Performance Coach
www.JessicaWahl.de

 
 
Kategorie: Berufswelt
 

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