„Es muss Interaktion geben“
Regisseur Noel Clarke hat seine Fans via Facebook und Twitter in seinen Film „4.3.2.1“ eingebunden.
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind ein alljährliches Stelldichein für Regisseure, Schauspieler und Produzenten aus der ganzen Welt. Sie kommen aber nicht nur, um ihre Werke dem Publikum vorzustellen und sich feiern zu lassen, sondern auch um ihre noch nicht fertig gestellten Filme an internationale Verleiher zu verkaufen. Aus diesem Grund war der britische Regisseur Noel Clarke („Adulthood“) bei der 60. Berlinale zu Gast. Sein Actionthriller „4.3.2.1“ ist derzeit in der Postproduktion und wird im Frühsommer in Großbritannien und vielen anderen Ländern anlaufen; in Deutschland hat er aber noch keinen Verleih gefunden. Die Chancen seien aber gut, dass es der Film in die deutschen Kinos schafft, erklärt der 34-jährige Regisseur und Schauspieler, der auch das Drehbuch geschrieben hat.
In „4.3.2.1“ geht es um vier junge Frauen, die binnen drei Tagen in zwei Städten in einen Diamantenraub verwickelt werden. Eine davon wird von Tamsin Egerton gespielt, die in Deutschland vor allem mit ihren Rollen in „Mord im Pfarrhaus“ und „Die Girls von St. Trinian“ bekannt wurde. Die 21-Jährige musste nicht lange überlegen, als ihr die Rolle angeboten wurde: „Noel ist ein toller Regisseur und ich habe mich sehr gefreut, mit ihm drehen zu können.“ Sie spiele ein braves Mädchen, das viele Träume hat, ein zufriedenes Leben führen und glücklich werden möchte. Doch alles kommt anders, weil sie in einen Raub verwickelt wird – so wie die drei anderen Protagonistinnen auch. „Den Jungs wird der Film gefallen, weil viele sexy Mädels drin vorkommen“, ist der Regisseur überzeugt, „und die Mädels werden den Film mögen, weil die Mädels nicht nur sexy, sondern verdammt clever sind.“
Der Teaser zum Film hat einige Gewalt- und Sexszenen, weswegen er mehrmals von Youtube entfernt wurde. „Aber gerade das hat ihn so bekannt gemacht“, freut sich der Regisseur, „weil es dann immer heißt: Das ist der Film, den Youtube rausgeschmissen hat!“ Das Internet spielt für den ambitionierten Filmemacher überhaupt eine große Rolle: Seine vor allem in Großbritannien große Fangemeinde hat er via Facebook und Twitter in die Dreharbeiten eingebunden: „4.3.2.1“ hat bei Twitter fast 500 Follower und in Facebook über 5000 Fans. Regelmäßig erhielten sie exklusive Informationen und Bilder vom Set. Auch einzelne Massenszenen in Clubs wurden über die sozialen Netzwerke organisiert. Eines war dabei für Clarke besonders wichtig: „Es dürfen nicht nur Informationen kommuniziert werden, sondern es muss eine wirkliche Interaktion stattfinden.“ Nur so würden die Leute dabei bleiben und sich ernst genommen fühlen. Und er ist sicher: „Das wird immer mehr zunehmen in der Filmbranche.“
Auch privat ist Noel Clarke ein fleißiger Nutzer von Facebook. Seine Hauptdarstellerin Tamsin Egerton hingegen ist da skeptisch: „Ich habe schon oft Einladungen für Facebook bekommen“, erklärt sie, „aber irgendwie finde ich das manchmal beängstigend.“ Ihr sei es lieber, im realen Leben mit den Leuten zu sprechen. Dass das Internet für die Filmbranche immer wichtiger wird, unterstreicht auch Damon Bryant, der Produzent von „4.3.2.1“: „Für Marketingzwecke ist es phänomenal.“ Er kennt Noel Clarke schon lange und musste deshalb nicht groß überzeugt werden, bei dem Projekt einzusteigen: „Momentan ist es nicht einfach, einen Film finanziert zu bekommen, aber ich habe dieses Drehbuch gelesen und war von jeder Zeile begeistert.“ Bleibt abzuwarten, ob sich auch die deutschen Cineasten bald davon überzeugen können – also ob die Berlinale für Noel Clarke und sein Team ein Erfolg war.
www.4321themovie.com











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