»Freundschaft ist megawichtig«

Fabian Halbig über seinen neuen Film »Vorstadtkrokodile 2« – und was ihn auf dem Boden hält.

Fabian Halbig bei der Premiere in Berlin. (Foto: Universal)

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Vor knapp einem Jahr war Fabian Halbig, Schlagzeuger der Punkrock-Band »Killerpilze«, erstmals auf der Kinoleinwand zu sehen: In der gleichnamigen Verfilmung des Jugendbuchklassikers »Vorstadtkrokodile« spielte er das Bandenmitglied Kai. Auch in der Fortsetzung ist der 17-Jährige wieder mit dabei.

»Vorstadtkrokodile« ist ein Buch aus dem Jahre 1976. Was macht die Geschichte immer noch aktuell?
Die Erlebnisse der Bande sind nicht nur eine platte Abenteuergeschichte, sondern haben viel Tiefsinn. Natürlich wurde alles in die Jetztzeit adaptiert. Es werden aber nach wie vor Werte vermittelt, die immer aktuell sein müssen und werden.

Welche Werte sind das?
Die »Vorstadtkrokodile« stehen für einen besonderen Zusammenhalt, für Toleranz: Es ist ein Behinderter dabei, ein Ausländer und ein Stotterer. Aber es ist egal, wo du herkommst oder welchen Fehler du hast. Entscheidend ist, wie du bist. Auch in echt sind wir alle total unterschiedlich, eine richtig bunte Truppe. Aber wir verstehen uns sehr gut.

Welche Rolle spielt deine Figur Kai innerhalb der Jugendbande?
Kai ist der Denker, der Kontrollfreak, der Computerspezialist. Er hat scharfe Eingebungen und ein waches Auge. Damit macht er seine körperliche Benachteiligung wett.

Kai sitzt im Rollstuhl. Du spielst ihn nun schon zum zweiten Mal. Wie hast du dich darauf vorbereitet?
Vor dem ersten Teil hatte ich mit dem Mitarbeiter einer Unfallklinik zwei Tage lang ein Rollstuhltraining. Und dann habe ich eben in meiner Freizeit viel geübt.

Hat das deine Sichtweise auf Menschen mit Behinderung verändert?
Nicht unbedingt verändert, weil es für mich schon immer normal war, Menschen mit Behinderung zu treffen. Aber natürlich kann man sich besser in sie hineinversetzen, wenn man zwei Monate lang täglich in einem Rollstuhl sitzt.

Auch das Thema Arbeitslosigkeit spielt eine große Rolle...
Ja, die Eltern von zwei Bandenmitgliedern sind davon bedroht. Ich finde es gut, dass Jugendliche durch den Film ein bisschen was über die Wirtschaftskrise und ihre Folgen mitbekommen – und lernen, dass sich niemand schämen muss, weil der Vater oder die Mutter ihre Arbeit verloren hat. Das zeigt der Film ohne erhobenen Zeigefinger.

Wie wichtig ist Freundschaft für dich?
Freundschaft ist megawichtig. Erfolg, Ruhm und Geld machen dich nicht glücklich, wenn du keinen Halt im Leben hast. Deshalb gehe ich auch gern in die Schule, weil ich da meine ganzen Kumpels treffe. Gerade nach Dreharbeiten oder einer Tournee gibt mir das auch immer viel Bodenhaftung, wenn ich wieder was anderes mitbekomme. Denn natürlich verändert man sich auch durch den Erfolg. Meine Kumpels sagen mir das sehr offen und direkt – und holen mich dadurch runter.

Fühlst du dich eigentlich eher als Musiker oder als Schauspieler?
Natürlich ist die Schauspielerei eine coole Erfahrung, und wenn mal wieder eine tolle Filmrolle reinkommt, spiele ich sie wohl auch. Ich sehe mich aber ganz klar als Musiker, denn das mache ich am leidenschaftlichsten. Unser neues Killerpilze-Album erscheint am 19. März, ab Anfang April sind wir dann auf großer Tour. Darauf habe ich schon richtig Bock!

Deutschland 2009, 90 Minuten, R: Christian Ditter, D: Nick Romeo Reimann, Fabian Halbig, Leonie Tepe, Manuel Steitz, Nora Tschirner, Smudo, Esther Schweins; Kinostart: 21.01.2010

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