Christiania: Randale im Hippieviertel
In der Nacht zum Dienstag sind Autonome und Polizisten zusammengestoßen. Der Morgen danach.
Ab Donnerstag auf Stufe 1: Sicherheitsvorkehrungen in Kopenhagen (Foto: Raphael Geiger)
In der Nacht zum Dienstag haben sich Autonome und die dänische Polizei heftige Kämpfe geliefert. Im Hippieviertel Christiania schmissen die Demonstranten ab zehn Uhr abends Steine und Molotowcocktails nach den Polizisten. Die griffen hart durch und nahmen fast alle Autonomen fest.
„Mit diesen Leuten wollen wir nichts tun haben“, sagt ein Bewohner von Christiania. Niemand aus ihrem Viertel habe sich an der Schlacht beteiligt. „Das waren vor allem junge Deutsche, Italiener und Spanier.“
Christiania am Dienstag, dem Morgen nach der Schlacht. Das Viertel, ein früheres Kasernengelände, ist seit den 70er Jahren von Hippies besetzt. In Christiania gibt es alternative Veranstaltungen zum Klimagipfel, in einem Zelt sprechen grüne Politiker und Umweltaktivisten, die Bewohner von Christiania verkaufen selbstgemachtes Handwerk an Touristen.
„Wir wollen mit Gewalt nichts zu tun haben“, sagt eine Frau. Über ihr kreist ein Polizei-Hubschrauber. „Ich habe den Autonomen gestern zugeschrien, sie sollten aufhören.“ Hunderte Polizisten seien ins Hippie-Viertel gekommen, hätten ebenfalls brachial zurückgeschlagen und alle Demonstranten festgenommen. „Es müssen 200 Leute gewesen sein, die sie anschließend in Käfigen am Boden einsperrten“, sagen die Leute in Christiania.
Das Vorgehen der Polizei überschattet die Klimakonferenz von Kopenhagen. Auch friedliche Demos werden massiv behindert, am Dienstag ging die Staatsgewalt besonders hart vor. Jede kleine Kundgebung, und davon gibt es in der Stadt viele, lösen die Beamten sofort auf. Seit Beginn des Gipfels hat die dänische Polizei mindestens 500 Deutsche vorübergehend festgenommen.
Einer, der wieder freikam, sagt: „Wir mussten die ganze Nacht lang am Boden sitzen, bei klirrender Kälte. Mit einem Rechtsstaat hat das nichts mehr zu tun.“
Das aggressive Vorgehen der Polizei ärgert auch friedliche Demonstranten. Heute will eine größere Gruppe das Konferenzgelände Bella Center außerhalb der Stadt stürmen – und fordert von den Uno-Vertretern auf der Konferenz, das Gebäude zu verlassen und mit den Demonstranten zu sprechen. „Aber wenn sie nicht zu uns kommen wollen, kommen wir eben zu ihnen“, sagt ein Aktivist auf der Straße.
Der Gipfel schirmt sich immer stärker ab: Auch registrierte Vertreter von Umweltorganisationen kommen seit heute kaum noch in die Konferenz, spätestens am Donnerstag wird Kopenhagen eine Konferenz der Politiker. Dann gilt endgültig Sicherheitsstufe 1.
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Einer, der wieder freikam, sagt: „Wir mussten die ganze Nacht lang am Boden sitzen, bei klirrender Kälte. Mit einem Rechtsstaat hat das nichts mehr zu tun.“
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Der Gipfel schirmt sich immer stärker ab: Auch registrierte Vertreter von Umweltorganisationen kommen seit heute kaum noch in die Konferenz, spätestens am Donnerstag wird Kopenhagen eine Konferenz der Politiker. Dann gilt endgültig Sicherheitsstufe 1.











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