"Nicht über Nacht zum Popstar"
Ich + Ich gehören zu den erfolgreichsten deutschen Bands: yaez sprach mit ihnen.
Ich + Ich haben über 1,25 mio Tonträger verkauft. (Foto: PR)
Euer neues Album heißt „Gute Reise“. Was ist anders als auf den beiden Vorgängeralben?
Adel: Unser erstes Album war noch sehr elektronisch, beim zweiten hatten wir schon deutlich mehr Live-Instrumente drin. Und jetzt sind wir mit einer Band ins Studio gegangen und haben alle Stücke eingespielt. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.
Annette, du hast wieder die Songs geschrieben. Wie kommst du auf deine Ideen?
Annette: Aus Beobachtungen, die ich so mache. Nehmen wir den Song „Danke“, in dem es um Menschen geht, die Tag und Nacht ihre Arbeit tun: Bei mir um die Ecke ist ein großer Supermarkt, der bis Mitternacht aufhat. Das ist für mich sehr schön, weil ich dann noch sehr spät einkaufen kann. Und da war ich und eine Frau mit Ringen unter den Augen hat meine Einkäufe über den Scanner gezogen. Und ich war so gerührt, weil sie total müde war. Und so ist dieses Lied eben entstanden.
Habt ihr mit einem so großen Erfolg gerechnet, als ihr die Band gegründet habt?
Adel: Nein, definitiv nicht. Es ist ein Geschenk, das uns sehr freut. Aber das ist alles etwas aus dem Ruder gelaufen. Unsere erste Single war ein Flop. Dann wäre das ganze Projekt fast gekippt. Wir haben aber doch noch unsere Hörer gefunden. Das zweite Album wurde dann schon zu einem Selbstläufer.
Annette: Es ist nicht einfach, denn wenn du weit oben bist, kannst du natürlich auch tief fallen. Und irgendwann kann man Dinge auch nicht mehr toppen.
Was hilft euch dabei, nicht abzuheben?
Adel: Ich habe das ja mit 18 schon mal alles erlebt, als ich bei „The Boyz“ gesungen habe. Damals bin ich mit dem Erfolg anders umgegangen: Ich habe kurz vor dem Abi alles hingeschmissen, was ich niemandem empfehlen kann. Heute lasse ich mich auf diesen Pop-Zirkus gar nicht mehr ein. Denn für mich ist klar: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das hier sind nicht alles gute Kumpels, die roten Teppiche und diese ganze Glamour-Glitzer-Welt bringen nichts.
Annette: Wir wissen, dass es in der Musikbranche auf und ab geht. Wir sind keine 19 und gecastet und denken, dass wir morgen Weltstars werden. Ich habe einen Sohn, und der findet auch nicht alles gut, was ich mache. Das wäre ja auch komisch, wenn er cool fände, was seine Mutter macht.
Aber hat er Schulfreunde, die Ich + Ich cool finden?
Annette: Ja, klar. Er kommt dann immer und sagt: „Die und die will ein Autogramm von dir haben.“ Und ich frag dann schon immer, ob es ihm peinlich ist.
Was haltet ihr von Casting-Shows?
Adel: Heute will irgendwie jeder Zweite Popstar werden. Das ist einfach nicht möglich.
Annette: Es kann natürlich klappen für eine kurze Zeit, wenn man bei irgendwelchen Casting-Shows mitmacht. Da werden kurzfristig Märchen wahr, aber am Ende erinnert sich keiner mehr an die Gewinner. Die werden total verheizt. Denn da geht es ums Fernsehen, nicht um die Musik.
Was muss ich machen, wenn ich unbedingt in die Musikbranche möchte?
Annette: Unser Tipp: Sucht euch gleichgesinnte Freunde, mit denen ihr Musik machen wollt. Tretet in kleinen Clubs in eurem Kiez auf, findet euer Publikum. Bleibt am Ball, und stellt eure Sachen auch immer ins Internet.
Adel: Wer Spaß an der Musik hat, soll Musik machen. Aber dazu braucht man eben Ausdauer. Der klassische Weg ist immer noch der beständigste, langfristigste und sicherste. Man wird nicht über Nacht zum Popstar.
Adel: Unser erstes Album war noch sehr elektronisch, beim zweiten hatten wir schon deutlich mehr Live-Instrumente drin. Und jetzt sind wir mit einer Band ins Studio gegangen und haben alle Stücke eingespielt. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.
Annette, du hast wieder die Songs geschrieben. Wie kommst du auf deine Ideen?
Annette: Aus Beobachtungen, die ich so mache. Nehmen wir den Song „Danke“, in dem es um Menschen geht, die Tag und Nacht ihre Arbeit tun: Bei mir um die Ecke ist ein großer Supermarkt, der bis Mitternacht aufhat. Das ist für mich sehr schön, weil ich dann noch sehr spät einkaufen kann. Und da war ich und eine Frau mit Ringen unter den Augen hat meine Einkäufe über den Scanner gezogen. Und ich war so gerührt, weil sie total müde war. Und so ist dieses Lied eben entstanden.
Habt ihr mit einem so großen Erfolg gerechnet, als ihr die Band gegründet habt?
Adel: Nein, definitiv nicht. Es ist ein Geschenk, das uns sehr freut. Aber das ist alles etwas aus dem Ruder gelaufen. Unsere erste Single war ein Flop. Dann wäre das ganze Projekt fast gekippt. Wir haben aber doch noch unsere Hörer gefunden. Das zweite Album wurde dann schon zu einem Selbstläufer.
Annette: Es ist nicht einfach, denn wenn du weit oben bist, kannst du natürlich auch tief fallen. Und irgendwann kann man Dinge auch nicht mehr toppen.
Was hilft euch dabei, nicht abzuheben?
Adel: Ich habe das ja mit 18 schon mal alles erlebt, als ich bei „The Boyz“ gesungen habe. Damals bin ich mit dem Erfolg anders umgegangen: Ich habe kurz vor dem Abi alles hingeschmissen, was ich niemandem empfehlen kann. Heute lasse ich mich auf diesen Pop-Zirkus gar nicht mehr ein. Denn für mich ist klar: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das hier sind nicht alles gute Kumpels, die roten Teppiche und diese ganze Glamour-Glitzer-Welt bringen nichts.
Annette: Wir wissen, dass es in der Musikbranche auf und ab geht. Wir sind keine 19 und gecastet und denken, dass wir morgen Weltstars werden. Ich habe einen Sohn, und der findet auch nicht alles gut, was ich mache. Das wäre ja auch komisch, wenn er cool fände, was seine Mutter macht.
Aber hat er Schulfreunde, die Ich + Ich cool finden?
Annette: Ja, klar. Er kommt dann immer und sagt: „Die und die will ein Autogramm von dir haben.“ Und ich frag dann schon immer, ob es ihm peinlich ist.
Was haltet ihr von Casting-Shows?
Adel: Heute will irgendwie jeder Zweite Popstar werden. Das ist einfach nicht möglich.
Annette: Es kann natürlich klappen für eine kurze Zeit, wenn man bei irgendwelchen Casting-Shows mitmacht. Da werden kurzfristig Märchen wahr, aber am Ende erinnert sich keiner mehr an die Gewinner. Die werden total verheizt. Denn da geht es ums Fernsehen, nicht um die Musik.
Was muss ich machen, wenn ich unbedingt in die Musikbranche möchte?
Annette: Unser Tipp: Sucht euch gleichgesinnte Freunde, mit denen ihr Musik machen wollt. Tretet in kleinen Clubs in eurem Kiez auf, findet euer Publikum. Bleibt am Ball, und stellt eure Sachen auch immer ins Internet.
Adel: Wer Spaß an der Musik hat, soll Musik machen. Aber dazu braucht man eben Ausdauer. Der klassische Weg ist immer noch der beständigste, langfristigste und sicherste. Man wird nicht über Nacht zum Popstar.











Ist unser Planet noch zu retten? Online-Feature vom „Future Dialogue“ aus Peking http://www.yaez.de/futuredialogue
Kommentar schreiben